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Phönizier und Karthager
Phönizische Händler gründen auf ihrer Suche nach
Waren und Reichtümern entlang der heutigen südspanischen
Küste vermutlich mehrere Kolonien. Im 8. Jahrhundert vor Christus
legen sie an der Mündung des Guadalhorce eine Kolonie an, die
sie "Malaka" nennen. Drei Jahrhunderte später besiegen
die Karthager die Phönizier, aus dem Handelsplatz wird eine
erste befestigte Ortschaft, da die spanische Südküste
für die Punier aus Karthago ein wichtiges Handelszentrum ist,
das verteidigt werden muss.
Von den Römern bis zu den Westgoten
Die Eroberung durch die Römer im Jahr 206 vor Christus bedeutet
eine erste tief eingreifende und nachhaltige Veränderung. Die
Römer führen eine neue Lebenskultur mit anderen Sitten,
Gebräuchen und neuer Sprache ein und bringen auch ihre Politik,
Gesellschaft und Wissenschaft mit. Straßen und Kanäle
werden gebaut, Kolonien zu Städten erweitert. Malacitanum
wird zu einer Gemeinde nach römischem Recht, festgelegt in
der Lex Flavia Malacitana. Über 300 Jahre prägen die Römer
Land und Leute, dann fällt das römische Imperium und Truppen
aus Byzanz erobern die Region. Im Jahr 522 wird Málaga die
Hauptstadt des byzantinischen Territoriums Spania. Doch die nächsten
Eroberer lassen nicht lange auf sich warten. Der westgotische König
Leovigildo nimmt 570 die Stadt ein.
Die Herrschaft der Mauren
Im Jahr 711 erobert der maurische Heerführer Tariq ibn Ziyad
mit seinen Truppen das Land, das später Al-Andalus heißen
wird. Im gleichen Jahr fällt auch Málaga an die Mauren.
Gut 1.000 Jahre nach den Römern erfährt die Region zum
zweiten Mal einen massiven Wandel in Kultur und Lebensart, der völlig
im Gegensatz zum bisherigen Leben steht. Mit ihrem Wissen lösen
die Mauren eine kulturelle Blüte aus, die auch für Málaga
goldene Jahre mit sich bringt. Die Stadt wird durch eine Mauer mit
fünf großen Toren gesichert. Handwerk und Handel stehen
jetzt im Mittelpunkt, im Umland wird die Landwirtschaft dank effektiver
Bewässerungen so verbessert, dass die Stadt komplett versorgt
werden kann.
Im Jahr 1057 wird in Málaga auf den Resten der römischen
Burg die Alcazaba errichtet. 1232 haben die Nasriden die Macht übernommen,
Málaga hat jetzt 15.000 Einwohner und entwickelt sich zu
einem der wichtigsten Handelsplätze für den westlichen
Mittelmeerraum. Fast der gesamte Außenhandel des Königreichs
Granada wird über den Hafen Málagas abgewickelt. Die
Alcazaba wird zu einer Festung ausgebaut, auf dem höher liegenden
Areal neben der Festung für eine bessere Verteidigung die Burg
Gibralfaro errichtet. Unter der Herrschaft der Nasriden hat Málaga
fast ausschließlich eine islamische Bevölkerung, eine
jüdische Minderheit wird toleriert. Christen gibt es nur unter
den vielen Kriegsgefangenen, die vor allem in den Werften arbeiten
müssen.
Die Eroberung durch die Katholischen Könige
Die wichtige Stellung Málagas für das Königreich
Granada bleibt den Katholischen Königen, die 1482 den Feldzug
der Rückeroberung beginnen, nicht verborgen. Aber die als uneinnehmbar
geltende Doppelfestung der Stadt können auch die christlichen
Truppen nicht einnehmen. Erst nach vielen Schlachten vor den Toren
der Stadt und einer fast einjährigen Belagerung ist die Bevölkerung
so ausgehungert, dass Málaga am 18. August 1487 fällt.
Die Katholischen Könige lassen alle Mauren aus der Stadt vertreiben,
lediglich 25 Familien dürfen als Mudejaren bleiben.
Unmittelbar nach der Eroberung werden aus den nördlichen Regionen
Christen nach Málaga umgesiedelt. Wie in fast allen von den
Katholischen Königen zurückeroberten Städten werden
fast alle islamischen Bauwerke durch christliche ersetzt. Auch in
Málaga wird im Jahr 1518 die große Moschee abgerissen
und an gleicher Stelle der Bau der Kathedrale begonnen, der aber
nach nur sieben Jahren wegen fehlender Finanzen abgebrochen werden
muss. 1528 wird ein zweiter Bau der Kathedrale begonnen. 1609 werden
die Murisken - die letzten verbliebenen Mauren - aus allen Gebieten
Andalusiens vertrieben.
Málaga im 17. und 18. Jahrhundert
Für Málaga stehen die Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts
im Zeichen des Niedergangs und der Katastrophen. Die Stadt leidet
nachhaltig unter den Folgen der Vertreibung der Mauren, hinzu kommen
Epidemien und Naturkatastrophen. Die Zahl der Einwohner sinkt deutlich,
nur langsam entwickeln sich neue Strukturen. Das 18. Jahrhundert
bringt wieder besser Jahre, nach dem Fall Gibraltars an England
im Jahr 1704 verfügt Málaga über den wichtigsten
spanischen Hafen im westlichen Mittelmeerraum. Die Ausweitung des
Stadtgebiets geht rasant voran, die Stadtmauer hat ihre Funktion
verloren und wird eingerissen. Es entstehen die ersten Gebäude
und Plätze, die bis heute erhalten sind und das Bild der Stadt
prägen. Im Jahr 1782 müssen die Bauarbeiten an der Kathedrale
eingestellt werden, die Gelder für den Bau sind ausgegangen
und das Gotteshaus bleibt unvollendet.
Von Napoleon bis Franco
Ende des 18. Jahrhunderts stehen die Truppen Napoleons vor den
Toren Málagas und zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist die
Stadt wie fast ganz Spanien von französischen Truppen besetzt.
1808 erhebt sich die Bevölkerung und die Invasoren werden vertrieben.
Es soll die Zeit der Liberalen mit Verfassung und Meinungsfreiheit
folgen, aber König Ferdinand wendet sich dem alten System zu.
Es kommt zum Volksaufstand, auch Málaga steht auf der Seite
der Freiheit. Das Aufbegehren endet 1831 mit dem Einsatz von Truppen
und der Erschießung von General Torrijos und seiner Kameraden.
Ab
den 1830er Jahren, rechts ein Bild aus dem Jahr 1836, wird aus Málaga
dank der Familien Larios und Heredia eine bedeutende Hafen- und
Industriestadt mit Eisen-, Stahl- und Textilfabriken. Zwischen Málaga
und Córdoba geht die erste Eisenbahnverbindung in Betrieb.
1851 werden von den fünf Tafeln der römischen Lex Flavia
Malacitana aus dem Jahr 81 die Tafeln mit den Abschnitten 51 bis
69 gefunden. In der Stadt entstehen nach und nach die Strukturen,
die bis heute erkennbar sind. Im Westen liegen die Fabriken und
Arbeiterviertel, im Osten die großen Herrenhäuser des
neuen Bürgertums. Innerhalb des Rings der ehemaligen Stadtmauer
wird bis 1891 das vom Marqués de Larios finanzierte neue
Zentrum rund um die Calle Marqués de Larios und den Plaza
de Constitución errichtet. Der Flughafen wird im Jahr 1919
im Westen der Stadt eröffnet.
Im Februar 1937 erlebt Málaga seine schwärzesten Tage.
Der spanischen Bürgerkrieg hat den Süden des Landes erreicht,
die Stadt wird von Artilleriefeuer und Fliegerbomben der Truppen
Francos schwer getroffen und zu großen Teilen zerstört.
Wiederaufbau und Wandel
In den folgenden Jahrzehnten wird Málaga vom harten Wiederaufbau
geprägt, der aber in die Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs
der Industrie fällt. In den 1970er Jahren beginnt die Entwicklung
der Region zum Touristenzentrum, doch nur die Städte rund um
Málaga passen sich an. Málaga gilt jahrelang als wenig
attraktiv und kaum sehenswert. Erst gegen Ende der 1990er Jahre
kommt es zum Umdenken in der Stadtverwaltung und eine groß
angelegte Imagepflege beginnt. Nach und nach verwandelt sich Málaga
von einer grauen Industrie- und Arbeiterstadt zur bunten wirtschaftlichen
und kulturellen Hauptstadt der Costa del Sol.
Mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts werden im Stadtzentrum zahlreiche
heruntergekommene Gebäude abgerissen oder modernisiert. Die
überlastete Verkehrsinfrastruktur wird erheblich verbessert.
Quer durch die Stadt werden mehrere U-Bahn-Linien gebaut, der Autobahnring
rund um Málaga erweitert und der Hauptbahnhof an das Netz
der Hochgeschwindigkeitszüge angeschlossen. Der Flughafen erhält
eine neue Landebahn und ein drittes Terminal, der Hafen eine neue
Pier für Kreuzfahrtschiffe.
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