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DIE STÄDTE UND DÖRFER IM HINTERLAND

Wer seinen Urlaub in Málaga auf Sonne, Meer und Strand beschränkt, wird nicht mitbekommen, was das Land alles zu bieten hat. Ein Besuch des Hinterlandes und der berühmten „weißen Dörfer” sollte kein Urlauber verpassen.

     
   

Diese Dörfer in den Bergen und Städte in den Tälern und Ebenen unterscheiden sich deutlich von den Küstenorten, und genau dieser Kontrast macht den besonderen Reiz Andalusiens aus. In einigen Orten geht das Leben seinen ganz normalen andalusischen Gang, als würden die nur wenige Kilometer entfernt in Sichtweite liegenden Küstenstädte mit ihren tausenden Besuchern nicht existieren.

ALGARROBO · Entfernung von Málaga: ca. 30 Kilometer östlich.

Das kleine Bergdorf liegt etwa 30 Kilometer östlich von Málaga am Hang der Berge der Axarquía. Im Rahmen der Erweiterungen an die Küste gibt es inzwischen auch ein Algarrobo-Costa, das auf sonnen- und strandhungrige Touristen ausgelegt ist. Von diesem Leben ist der Alltag im alten Bergdorf weit entfernt. Wer Ruhe, Entspannung und Gemütlichkeit sucht, wird hier fündig.

ÁLORA · Entfernung von Málaga: ca. 45 Kilometer nordwestlich. Die schnellste Verbindung bietet der Nahverkehrszug C2.

Die Kleinstadt bezieht ihren Reiz aus der fantastischen Landschaft, von der sie umschlossen ist. Zum Tal des Rio Guadalhorce hin wachsen Zitrus- und andere Obstbäume, in Richtung der Montes de Málaga Oliven- und Mandelbäume und nach Norden in Richtung Antequera stehen Pinien und der Rest eines alten Eichenwaldes. Nach Álora verirren sich nur wenige Touristen, weshalb die Stadt ihr urspanisches Flair behalten hat. Über der Stadt thront die ehemalige Burg, die vermutlich bereits von den Phöniziern gebaut und von den Mauren zur Festung erweitert wurde.

ANTEQUERA · Entfernung von Málaga: ca. 45 Kilometer nördlich.

Rund um Antequera zeigt sich Andalusien von einer Seite, die kein Reisekatalog vermuten lässt. Nördlich von Málaga erstreckt sich ein riesiges grünes, fruchtbares Tal, in dem bereits zur Bronzezeit die ersten Menschen siedelten. Die Römer erkannten die strategisch wichtige Lage und bauten die Ortschaft zur Stadt Antikaria aus. Ob Iberer, Phönizier, Kelten, Römer, Westgoten oder Mauren, sie alle haben der Stadt große künstlerische und monumentale Reichtümer hinterlassen. Antequera gleicht einem Freilichtmuseum, eine Sehenswürdigkeit liegt neben der anderen. Nicht umsonst gilt die Stadt als Mekka für Historiker und ist das Ziel für Kulturreisen. In den Museen Antequeras befinden sich drei Viertel aller Kunstschätze der Provinz Málaga.

BENALMÁDENA (Pueblo) · Entfernung von Málaga: ca. 20 Kilometer westlich. Der Nahverkehrszug C1 fährt bis Benalmádena-Arroyo de la Miel, dort muss in den Stadtbus umgestiegen werden.

Der ursprüngliche Ort Benalmádena liegt an den Hängen der Sierra de Mijas. Mit dem boomenden Tourismus hat sich das Dorf um Benalmádena-Costa und die Siedlung Benalmádena-Arroyo de la Miel erweitert. In den engen Gassen in Benalmádena-Pueblo herrschen Langsamkeit und Gemütlichkeit, Sonne und Siesta geben den täglichen Rhythmus vor. In den Cafés und Bars rund um den Dorfplatz lässt sich das Leben in aller Ruhe genießen. Am höchsten Punkt steht die kleine Kirche Santo Domingo, vom Vorplatz aus bietet sich ein großartiger Rundblick hinunter auf die tiefer liegenden Ortschaften und das Mittelmeer sowie hoch auf die Berge.

FRIGILIANA · Entfernung von Málaga: ca. 60 Kilometer östlich. Eine Verbindung von und nach Malaga mit Bussen geht über Nerja.

Gut sechs Kilometer von der Küste entfernt liegt in bis zu 430 Metern Höhe das Bergdorf Frigiliana mit seinen gut 2.300 Einwohnern. Im alten Ortskern ist die bauliche Gestaltung aus der arabischen Epoche fast vollständig erhalten. Frigliana rühmt sich, das schönste weiße Dorf in Andalusien zu sein. Wer sich die verwinkelten, engen und teils auch recht steilen Gassen bergauf begibt, wird für den Aufstieg mit einem tollen Weitblick belohnt. Eine verdiente Erholung bieten Bars und Restaurants. Der Aufstieg lohnt auch abends, wenn die Sonne untergeht und die Region für kurze Zeit in andere Farben taucht.

MIJAS · Entfernung von Málaga: ca. 30 Kilometer westlich.

Malerisch in die Berge der Sierra de Mijas eingebettet liegt das kleine Städtchen Mijas. Seine Schönheit hat sich leider auch bis zu den Veranstaltern von Tagestouren herumgesprochen, weshalb mittlerweile täglich mehrere Reisebusse Besucherscharen am Hauptplatz abladen und in den Reiseführern die Esel-Taxis Burrotaxis zu Attraktionen erkoren werden. In Folge dessen ist vom ursprünglichen Flair nicht mehr viel geblieben. Heute hat sich Mijas in ein Pseudo-Vorzeige-Dorf verwandelt, in dem Andalusien nur noch gespielt wird. Trotzdem lohnt ein Besuch, denn bei einem Spaziergang durch die kleinen, verwinkelten Gässchen und vorbei an den weiß gekalkten und mit bunten Blumentöpfen geschmückten Häusern lässt sich erahnen, wie das Leben hier einmal gewesen sein muss. Die Natur ist überwältigend, immer wieder bieten sich von den Straßen und Plätzen wunderschöne Aussichten in die Berge und in tiefe Schluchten. Ein Stadtplan wird nicht benötigt, wer sich grob Richtung bergauf hält, wird früher oder später an der 400 Jahre alten Dorfkirche oder der kleinen Stierkampfarena - der kleinsten in Andalusien, die zudem nicht rund, sondern oval ist - herauskommen.

RONDA · Entfernung von Málaga: ca. 110 Kilometer westlich, von Málaga aus fahren mehrfach täglich Überlandbusse nach Ronda, einige auch Non-Stopp.

Die Stadt Ronda gilt als die Königin der Berge. Bekannt ist sie für die 100 Meter tiefe Schlucht El Tajo, die die auf 723 Metern Höhe in der Serranía de Ronda liegende Stadt teilt, und die sie überspannende Brücke aus dem 18. Jahrhundert. Weniger bekannt ist, dass in Ronda eine der ältesten und größten Stierkampfarenen steht, die die Geburtsstätte des Stierkampfes in seiner heutigen Form ist. Ein Besuch in der Stadt auf dem Felsplateau fehlt in keiner Andalusien-Rundreise, und so wird Ronda vor allem tagsüber von Tagestouristen stark frequentiert. Sind die Touristenbusse weg, ist die Stadt angenehm leer. Die Einheimischen entspannen sich und selbst Mitten im Zentrum kann das typische Leben einer Bergstadt erlebt werden. Nicht nur Ronda lohnt einen Besuch, auch die nahen Naturparks Sierra de Grazalema und Sierra de las Nieves sind sehenswert und laden zu einem Spaziergang durch die Natur ein.

TORROX · Entfernung von Málaga: ca. 50 Kilometer östlich.

Torrox besteht wie viele andere auch heute aus zwei Orten. Das historische Torrox liegt etwa vier Kilometer von der Küste entfernt an einem Berghang. Im alten Dorf finden sich nur noch wenige Relikte aus römischen oder muslimischen Zeiten, wie zum Beispiel Teile der alten Stadtmauer oder der Befestigungstürme. Durch die Erweiterungen der urbanen Flächen sind nach und nach die alten Strukturen verloren gegangen. Heute dreht sich hier alles um den Tourismus, Torrox gilt als das größte deutsche Reisegebiet an der Costa del Sol. Interessant ist das große Wandergebiet, das im Naturpark der Montes de Málaga nur wenige Kilometer hinter dem Bergdorf Torrox beginnt. Mit seiner beeindruckenden Naturlandschaft sorgt das raue Bergland für Abwechslung und bietet einen Kontrast zum Meer.

VÉLEZ-MÁLAGA · Entfernung von Málaga: ca. 30 Kilometer östlich.

Die Stadt Vélez-Málaga verteilt sich auf mehrere Orte mit insgesamt 72.000 Einwohnern. Der ursprüngliche Kern liegt vier Kilometer von der Küste entfernt im Tal des Flusses Vélez. Obwohl die Touristenzentren nicht weit weg sind, gibt sich dieser Teil im Gegensatz zur ebenfalls zu Vélez-Málaga gehörenden Hochhochburg Torre del Mar eher untouristisch. Sehenswert sind die interessanten Beispiele für die Mudejar-Kunst, die in Vélez-Málaga noch erhalten sind und zu denen die Überreste der Alcazaba oder auch Teile der Kirche Santa María de la Encarnación zählen. Auf den beschaulichen Plätzen und Straßen halten sich gern die Veleños auf, wie sich die Einwohner nennen. Hektik kommt hier selten auf, das pralle Leben scheint sich dann doch eher in Torre del Mar abzuspielen.

 
REISE- & VERKEHRSINFOS
Unterwegs in und durch Málaga

DER BAHNHOF ANTEQUERA SANTA ANA
Gut 20 Minuten benötigt der Zug vom Hauptbahnhof in Málaga bis zum Bahnhof Antequera Santa Ana. Dieser liegt allerdings gut 17 Kilometer vor den Toren der Stadt. Daher ist es schneller, direkt mit einem Überlandbus von Málaga ins sehenswerte Antequera zu fahren.
   
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