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DIE STÄDTE AN DER COSTA DEL SOL

Die Orte an der Küste der Costa del Sol haben sich in den letzten Jahrzehnten von verschlafenen Fischerdörfern in moderne und funktionelle Städte verwandelt, die ihre Angebote an den Interessen der Touristen ausrichten. Ruhe und Erholung stehen hier nicht unbedingt an oberster Stelle der Urlaubswunschliste, sondern eher Spaß und Unterhaltung. In den gemäßigten Zonen am Rand der Costa del Sol gibt aber auch Ausnahmen.

     
   

BENALMÁDENA COSTA · Entfernung von Málaga: ca. 20 Kilometer. Die schnellste Verbindung bietet der Nahverkehrszug C1, der auch am Flughafen von Málaga hält.

Benalmádena–Costa ist die Erweiterung des alten Dorfs Benalmádena hin zur Küste. Dieser moderne Ort bietet alles, was das Herz der Touristen begehrt: Breite Strände, Apartmentanlagen und große Hotels, zahlreiche Restaurants, Bars und Cafés, mehrere Vergnügungsparks, Golfplätze in der Umgebung, das größte Spielkasino Europas und natürlich Geschäfte aller Art. Sehenswert ist der große Jachthafen, der größte an der Costa del Sol.

ESTEPONA · Entfernung von Málaga: ca. 90 Kilometer westlich.

Zwar steht auch in Estepona ein Hotel neben dem anderen und es geht im Sommer nicht viel anders zu als in den Touristenhochburgen, die Kleinstadt hat sich aber ihr historisches Zentrum und auch ein wenig südspanisches Flair bewahrt. Touristen kommen hier nur in der Hauptsaison hin, in den übrigen Monaten bleiben die Einheimischen so gut wie unter sich. Neben dem Hafen mit Fischauktion an jedem Morgen ist vor allem die Stierkampfarena mit dem dort ansässigen Stadtmuseum sehenswert. Etwas außerhalb liegt der Naturpark Selwo, in dem bei einer Jeep-Tour Wildtiere aus nächster Nähe beobachtet werden können.

FUENGIROLA · Entfernung von Málaga: ca. 30 Kilometer. Die schnellste Verbindung bietet der Nahverkehrszug C1, der auch am Flughafen von Málaga hält.

Fuengirola ist die westlichste Stadt im touristischen Epizentrum der Costa del Sol. Obwohl die Stadt auf eine interessante Geschichte zurückblicken kann, ist aus der alten Zeit nur das Castillo de Sohal erhalten. Vom Turm der Burg geht der Blick über die Stadt, doch mehr als eine Betonwüste gibt es nicht zu sehen. Für gute Laune und Unterhaltung ist gesorgt: Der Strand ist breit und sauber, das Nachtleben ausgeprägt. Rund um den Hafen und die neue Strandpromenade liegt das Vergnügungszentrum. Jeden Dienstag findet der El Baratillo de Fuengirola statt, der wohl größte Trödel- und Gemischtwarenmarkt an der Costa del Sol.

MANILVA · Entfernung von Málaga: ca. 115 Kilometer westlich.

Am westlichen Ende der Costa del Sol liegt die Ortschaft Manilva. Die Region gilt als gemäßigtes Touristengebiet, was vor allem durch die fehlenden Hochhausreihen sichtbar wird. Rund um den Stadtteil La Duquesa und den Hafen konzentriert sich der größte Teil der Hotels, Restaurants und Bars. Das Gelände ist hier recht flach und nicht komplett zubetoniert, die ansteigenden Berge beginnen erst einige Kilometer hinter der Küstenlinie. Neben den Strand- kommen deshalb auch viele Wanderurlauber hierher.

MARBELLA · Entfernung von Málaga: ca. 60 Kilometer westlich.

Seit den 1970er Jahren ist Marbella das Synonym für den Urlaubsort der „Schönen und Reichen” an der Costa del Sol. Bereits 1954 eröffnete der deutsche Prinz Alfons von Hohenlohe das berühmte Marbella Club Hotel, und in seinem Jet-Set-Sog kamen Hochadel, Hochfinanz sowie Stars und Sternchen an die Sonnenküste. Mit dem Bau des Hafens Puerto Banús 1970 dümpeln hier die bis zu 50 Meter langen Yachten jenseits jeder Neidgrenze, heute ist der Hafen der Szene- und Nightlife-Treff. In den Cafés und Bars an der Hafenpromenade gilt das Prinzip des Sehen und Gesehen werdens, bei natürlich dem Ambiente angepassten Preisen. Rund um Marbella entstanden und entstehen nach und nach weitere Luxusherbergen und zahlreiche Golfplätze. Aber Marbella hat zwei Gesichter, auch wenn das zweite ein wenig im Schatten verborgen bleibt. In der durchaus reizvollen Altstadt rund um den Plaza de los Naranjos finden sich viele hübsche schmale Gassen und hergerichtete weiße Häuser, anstelle teurer Edelboutiquen „einfache Geschäfte” sowie gemütliche Tapas-Bars und Cafés mit Terrassen, die zum Verweilen einladen.

NERJA · Entfernung von Málaga: ca. 60 Kilometer östlich, Maro etwa 65 Kilometer.

Am östlichen Ende der Costa del Sol liegt die Stadt Nerja. Bekannt ist sie für die 1959 entdeckte Tropfsteinhöhle, die zu den größten in Europa zählt. Noch berühmter ist der Balcón de Europa, eine hübsche Aussichtsterrasse mit fantastischen Rundblick auf einem Felsvorsprung in der Innenstadt. Neben dem modern hergerichteten Stadtzentrum mit den üblichen Lokalitäten sowie der Ermita Nuestra Senora Angustias und der Iglesia Virgen Maravillas gibt es in der Stadt nicht mehr viel zu sehen, aber außerhalb. Denn die Küsten bei Nerja gilt als eine der schönsten der gesamten Costa del Sol. Vor allem in Richtung Maro wechseln sich Buchten und Sandstrände mit eindrucksvollen Steilküsten ab, viele Buchten können nur mit einem Boot erreicht werden. Wer sich zu Fuß in Richtung Osten aufmacht, wird schnell einen schmalen Wanderweg hinunter zum Meer entdecken, wo dann ein kleiner Strand wartet.

RINCON DE LA VICTORIA · Entfernung von Málaga: ca. 15 Kilometer östlich.

Rincón de la Victoria war mit großer Wahrscheinlichkeit der erste Ort, an dem sich die Phönizier in der Region niedergelassen haben. Heute wohnen in den Stadtteilen viele ursprüngliche Malagueños, die nur zum Arbeiten in die Provinzhauptstadt fahren. Ansonsten ist Rincon ein eher ruhiger Ort, viele Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht. Dafür aber einen kilometerlangen, breiten Strand, der sehr gepflegt ist.

TORREMOLINOS · Entfernung von Málaga: ca. 17 Kilometer. Die schnellste Verbindung bietet der Nahverkehrszug C1, der auch am Flughafen von Málaga hält.

Ursprünglich war Torremolinos ein kleines Fischerdorf, das im 19. Jahrhundert am Wachturm Torre de Pintel angelegt wurde. In den 1960er Jahren entdecken die Hippies den Ort und erklärten ihn zum Geheimtipp für Künstler und Aussteiger. Doch schnell entwickelte sich daraus die erste Keimzelle des Massentourismus an der spanischen Südküste. Spuren des alten Dorfes werden heute vergeblich gesucht, sie sind in der Flut aus Stahlbeton untergegangen. Heute steht hier ein Hotelklotz neben dem anderen, die Straßen werden von etlichen Restaurants, Bars, Clubs und Cafés gesäumt. Nachts bietet Torremolinos mit das aktivste Nachtleben an der Costa del Sol, bis in den Morgen verwandelt sich das Zentrum in eine große Partymeile. Der Strand ist breit und gepflegt, an Möglichkeiten für eine sportliche Betätigung besteht kein Mangel.

VÉLEZ-MÁLAGA (Vélez-Malaga, Torre del Mar und Caleta de Vélez) · Entfernung von Málaga: ca. 30 Kilometer östlich.

Durch die Angliederung weiterer Ortschaften erstreckt sich die Stadt Vélez-Málaga inzwischen bis zur Küste. Im Gegensatz zum alten Stadtzentrum sind diese Stadtteile an der Küsten komplett auf Tourismus eingestellt, der bekannteste Ort dürfte die Vergnügungshochburg Torre del Mar sein. Der klangvolle Name „Turm des Meeres” geht zurück auf eine mächtige maurische Festung, die den Hafen sicherte. Von ihr ist heute nichts mehr übrig, stattdessen prägen Hotelhochhäuser die Küste. Östlich der Betonbunker liegt noch der kleine Ort Caleta de Vélez mit seinem Hafen.

 
REISE- & VERKEHRSINFOS
Unterwegs in und durch Málaga

DIE HÄFEN AN DER COSTA DEL SOL
An der Costa del Sol können Boote und Yachten an einem von 4.125 Liegeplätzen in elf Häfen vor Anker gehen.
Neben Serviceleistungen für Bootsbesitzer werden in den Häfen oft auch Tauchkurse und Kurse für Segel- und Bootsführerscheine sowie die Leihmöglichkeit von Wasserfahrzeugen angeboten.

Marina La Bajadilla Marbella
266 Anlegestellen · Maximale Schiffslänge 18 Meter · Wassertiefe bis 3 Meter

Puerto Caleta de Vélez Vélez-Málaga
200 Anlegestellen · Maximale Schiffslänge 20 Meter · Wassertiefe bis 4 Meter

Puerto de Cabopino Marbella
169 Anlegestellen · Maximale Schiffslänge 16 Meter · Wassertiefe bis 4 Meter

Puerto de El Candado Málaga
215 Anlegestellen · Maximale Schiffslänge 13 Meter · Wassertiefe bis 3 Meter · Segelschule, Windsurfschule, Kanuschule, Wasser-Bikes

Puerto de Fuengirola
226 Anlegestellen · Maximale Schiffslänge 20 Meter · Wassertiefe bis 7 Meter · Bootsverleih, Segelschule, Tauchschule, Wasserski-Schule

Puerto de la Duquesa Manilva
328 Anlegestellen · Maximale Schiffslänge 20 Meter · Wassertiefe bis 4 Meter · Bootsverleih, Segelschule

Puerto Deportivo de Benalmádena
961 Anlegestellen · Maximale Schiffslänge 30 Meter · Wassertiefe bis 5 Meter · Bootsverleih, Segelschule, Tauchschule, Wasserski-Schule, Sportfischen

Puerto Deportivo de Estepona
443 Anlegestellen · Maximale Schiffslänge 35 Meter · Wassertiefe bis 4 Meter · Bootsverleih, Segelschule, Tauchschule

Puerto Deportivo de Marbella
377 Anlegestellen · Maximale Schiffslänge 20 Meter · Wassertiefe bis 2 Meter · Bootsverleih, Segelschule, Tauchschule

Puerto José Banús Marbella
915 Anlegestellen · Maximale Schiffslänge 50 Meter · Wassertiefe bis 7 Meter · Bootsverleih, Segelschule

Real Club Mediterráneo de Málaga
25 Anlegestellen · Maximale Schiffslänge 12 Meter · Wassertiefe bis 7 Meter · Segelschule, Windsurfschule, Kanuschule

TIPPS FÜR DIE COSTA DEL SOL
In der Hauptsaison fährt die Fähre vier Mal täglich von Benalmádena nach Fuengirola, in der Nebensaison nur dienstags und sonntags zum Markt in Fuengirola. Fahrtdauer ca. 1 Stunde · Hin/zurück 13 €, Kinder 8 €, einfache Fahrt 8 €, Kinder 5 €. TIPP: Eine Strecke mit der Fähre, eine mit dem Nahverkehrszug C1.

Die Fahrt mit der Seilbahn Teleférico/Telecabina in Benalmádena Arroyo de la Miel ist spektakulär. Auf der 5.565 Meter langen Strecke auf den 711 Meter hohen Berg Calamorro werden 635 Höhenmeter zurückgelegt. Bei klarem Wetter reicht die Sicht weit über das Meer bis nach Afrika und Gibraltar sowie auf dem Festland bis zur Sierra Nevada.
Täglich ab 11 Uhr · Hin/zurück 13,00 €, Kinder 9,80 € · vom 10.01. bis 17.02. geschlossen.

An der Landstraße N-340 steht zwischen Nerja und Maro das Aquädukt des Adlers Acueducto del Águila, das sich in vier Etagen mit 38 Bögen über die Schlucht Barranco de la Coladilla spannt. Der Architektur nach könnte es römisch oder maurisch sein, doch ganz so alt ist das beeindruckende Aquädukt dann doch nicht. 1879 wurde es für die Wasserversorgung der Zuckerfabrik San Joaquín errichtet. Auch die kleinere Brücke des Adlers Puente del Águila auf der anderen tieferen Seite der Schlucht stammt aus dieser Zeit.
   
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